zur Startseite zum Inhalt zur Navigation Tastatur Befehle

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

DLRG.net - Internetdienste

Eigene Content Management Systeme für Gliederungen

Bei den Überlegungen zu einem eigenen Internetauftritt stehen verschiedene Angebote zur Wahl. Bei einigen Gliederungen wird neben den angebotenen Wegen die Nutzung eines CMS als Möglichkeit erkannt. Aus unserer Erfahrung wird diese Möglichkeit in der Regel zu optimistisch eingeschätzt. In den folgenden Absätzen möchten wir daher einige Hinweise geben, die eine realistischere Einschätzung dieser Möglichkeit gewährleisten. Da wir mit TYPO3 ein zentrales CMS zur Verfügung stellen, wird an geeigneten Stellen darauf Bezug genommen.

Gründe für ein eigenes CMS

Bei der Kommunikation mit Gliederungen, die ein eigenes CMS einrichten wollen, sind bisher vor allem folgende Punkte genannt worden:

  1. Es fehlt Funktion xy.
  2. Das bestehende System ist nicht flexibel genug.
  3. Das bestehende System ist zu komplex.
  4. Der Server ist zu langsam.
  5. Das Layout entspricht nicht unseren Vorstellungen

Zu diesen Punkten existieren von unserer Seite folgende Erfahrungen bzw. Standpunkte:

Zu 1: Es ist richtig, dass das TYPO3-System nicht alle möglichen Funktionen abdeckt. Wir bieten jedoch mittlerweile eine Vielzahl von Funktionen an, die den Bedarf der meisten Gliederungen decken. Eine Übersicht über die verfügbaren Funktionen findet sich auf den TYPO3-Seiten im WIKI. Sollte die Funktion xy tatsächlich nicht enthalten sein, ist es sinnvoll über das Kontaktformular oder das Forum mit uns in Kontakt zu treten. Es ist zum Einen möglich, dass sich diese Funktion gerade in der Entwicklung befindet und in absehbarer Zeit Gliederungen zur Verfügung steht. Zum Anderen besteht die Möglichkeit diese Funktion ggf. für das TYPO3-System umzusetzen. Gezielt eine Funktion zu implementieren, ist mit Sicherheit weniger Aufwand als ein eigenes CMS aufzusetzen.

Zu 2 & 3: Wir können mit einem System nicht alle Extreme abdecken. Dementsprechend besteht ein gewisser Einarbeitungsaufwand in das TYPO3-System. Nach dieser Einarbeitungszeit ist jedoch die Arbeit mit dem System in der Regel ohne Schwierigkeiten möglich. Wir haben uns bei der Wahl und der Umsetzung des Systems bemüht, einen guten Kompromis zwischen einfacher Bedienbarkeit und Flexibilität zu finden. Dass wir dabei nicht jeden Wunsch auf Flexibilität berücksichtigen können, ergibt sich daraus, dass ein solches System sehr umständlich und von vielen nicht mehr bedienbar ist.

Zu 4: In der Vergangenheit war die Verfügbarkeit der Server zeitweise suboptimal. Seitdem ist jedoch viel geschehen und geschieht auch weiterhin. Insbesondere wurde und wird die Effizienz der Systeme durch unterschiedliche Maßnahmen gesteigert. Darüber hinaus sind strategisch wichtige Erweiterungen der Serverlandschaft durchgeführt worden und geplant. Sollte es trotzdem in einigen Situationen zu Engpässen kommen, meldet dies bitte über das Kontaktformular, damit wir die Ursachen untersuchen können.

Zu 5: Das Layout ist eine Vorgabe innerhalb des Corporate Designs und muss daher unabhängig von der eingesetzten Technik eingehalten werden. Nähere Informationen hierzu finden sich im Regelwerk Internet.

zur Pro-Übersicht

Gründe gegen ein eigenes CMS

Häufig wird der Arbeitsaufwand eines eigenen CMS deutlich unterschätzt. Daher folgt hier eine Auflistung der wichtigsten zu beachtenden Punkte:

  1. Anpassung der Templates
  2. Auswahl der Erweiterungen
  3. Wartung des Servers
  4. Regelmäßige Aktualisierung der kompletten Software
  5. Ergreifung von eigenen Abwehrmaßnahmen
  6. Backup
  7. Kontinuität und Verfügbarkeit
  8. Kosten des Auftritts

Zu 1: Die Erstellung von Templates für ein CMS ist ein erheblicher Arbeitsaufwand, der in der Regel ein tiefes Verständnis des entsprechenden CMS voraussetzt. Die Erstellung eines Templates, das dem DLRG-Design exakt entspricht, ist hier keine Ausnahme. Häufig werden Problemfälle übersehen, die später aufwändig korrigiert werden müssen. Bei der Erstellung eines Templates muss darüber hinaus Rücksicht auf verschiedene Browser (z.B. Internet Explorer, Firefox, Safari, Chrome, Opera) sowie verschiedene Betriebssysteme (z.B. Windows, MacOS, Linux, Unix) genommen werden. Das Template ist dabei mit allen möglichlicherweise vorkommenden Kombinationen zu testen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich der gleiche Browser unter unterschiedlichen Betriebssystemene gleich verhält. Darüber hinaus ist auch auf eine Barrierearmut bei der Umsetzung zu achten.

Weiterhin ist zu beachten, das Layoutänderungen mühsam und mit einem änlich hohen Zeitaufwand angepasst werden müssen, da das Template nicht zentral (global) zur Verfügung steht.

Zu 2: Bei der Auswahl der Erweiterungen muss darauf geachtet werden, dass sich diese ansprechend in das DLRG-Design einfügen lassen. Die Auswahl neuer Erweiterungen nimmt daher in der Regel viel Zeit in Anspruch. Für viele CMS existieren viele Erweiterungen, die auf den ersten Blick geeignet erscheinen. Bei einer schnellen Auswahl merkt man jedoch häufig erst später, dass nicht alle Anforderungen erfüllt werden. Die Erstellung eines ordentlichen Anforderungskatalogs für jede Erweiterung ist bereits mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Aus unserer Erfahrung lohnt sich die investierte Zeit jedoch, da eine Auswechslung einer Erweiterung inklusive Datenmigration in der Regel sehr mühselig ist.

Zu 3: Wenn das CMS auf einem eigenen Server gehostet werden soll, muss dieser entsprechend gewartet werden. Dazu gehört zum Einen die Aktualisierung der Software aber auch die korrekte Konfiguration, die eine ansprechende Auslieferung der Seiten erst ermöglicht. Hier ist detailliertes Fachwissen erforderlich, da ansonsten bereits bei leichten Fehlkonfigurationen die Performance des Systems deutlich sinkt bzw. die Anfälligkeit für Attacken steigt.

Zu 4: Das CMS und alle verwendeten Erweiterungen müssen regelmäßig auf vorhandene Aktualisierungen überprüft werden, da ansonsten der Internetauftritt unverantwortbaren Risiken ausgesetzt wird. Für diese Aktualisierungen muss jeweils überprüft werden, ob die entsprechenden Voraussetzungen (z.B. Serversoftware) erfüllt sind. Darüber hinaus müssen ggf. Anpassungen am System vorgenommen werden, weil sich z.B. einige Abhängigkeiten oder Strukturen geändert haben.

Zu 5: Dieser Punkt muss in die zwei Gruppen Spam- und Hackerattacken unterteilt werden. Spamattacken sind zwar ärgerlich und können Teile des Internetauftritts in ihrer Funktionalität einschränken, sind jedoch in erster Linie nicht gefährlich. Wenn die Spuren nicht schnell beseitigt werden und für weitere Attacken automatisierte Gegenmaßnahmen umgesetzt werden, wird die Seite schnell von externen Besuchern negativ wahrgenommen und nicht mehr besucht.

Hackerattacken stellen dem gegenüber eine direkte Bedrohung dar. Durch die Übernahme einer Seite können verschiedene negative Situationen entstehen. Zu diesen gehören z.B. die Veröffentlichung vertraulicher Daten, Modifikationen von Angeboten und Verstöße gegen bestehendes Recht. Sollte in diesem Fall nicht nachgewiesen werden können, die notwendige Sorgfalt aufgebracht zu haben, können die Folgen unangenehm sein.

Zu 6: Die meisten Angebote für Internetauftritte umfassen kein Backup der Daten. Damit sind versehentlich gelöschte oder modifizierte Dateien oder Daten auf jeden Fall verloren.

Zu 7: Kontinuität ist eines der großen Probleme ehrenamtlicher Tätigkeiten. Ein eigenes CMS sollte daher nur dann in Betracht gezogen werden, wenn man sich sicher ist, dieses auch über mindestens fünf Jahre kontinuierlich zu pflegen. Dabei auf eine einzelne Person zu setzen, ist in der Regel nicht ausreichend. Gerade in Hinblick auf Hackerattacken muss rund um die Uhr kurzfristig reagiert werden können. Dazu gehört nicht nur die Beseitigung sondern auch die Erkennung der Schäden.

Zu 8: Der Internetauftritt auf dem DLRG-Server ist für die Gliederungen nicht mit weiteren Kosten verbunden, da bereits mit den Mitgliedsbeiträgen Anteile für die Bundesebene abgeführt werden. Aus diesen Mitteln wird unter anderem der Auftritt für alle Gliederungen finanziert. Ein Auftritt auf einem eigenen Server belastet somit die Mitgliedsbeiträge doppelt.

zur Contra-Übersicht

Abschluss

Mit dieser Seite hoffen wir viele Fragen im Bereich eigener CMS geklärt zu haben. Sollte es weitere Fragen geben oder die Beschreibungen an einigen Stellen nicht stimmig erscheinen, meldet uns entsprechende Punkte bitte über das Kontaktformular, damit wir dies entsprechend prüfen können, oder diskutiert mit uns in diesem Thread im Forum.